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Stromrechnung lesen: Energiepreis, Netzkosten und Abgaben erklärt

Die Jahresabrechnung ist lang, kleingedruckt und voller Fachbegriffe. Ändern kannst du davon genau eine Sache: den Energiepreis. Netz und Abgaben zahlst du bei jedem Anbieter gleich. Hier steht, welche Zeile zu wem gehört, damit du siehst, wo sich ein Vergleich lohnt.

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Drei Absender, ein Gesamtbetrag

Auf deiner Stromrechnung kassieren drei: dein Lieferant für die Energie, dein Netzbetreiber für die Leitung, der Staat für Steuern und Abgaben. Ein Papier, eine Summe unten rechts, aber drei Rechnungen.

Ändern kannst du nur die erste. Den Energiepreis bestimmst du mit Tarif und Anbieter. Netzkosten hängen an deiner Adresse, Abgaben am Gesetz. An beidem ändert ein Wechsel nichts.

Der Energiepreis: was dein Lieferant bekommt

Der Energieteil besteht aus zwei Bestandteilen. Der Arbeitspreis wird in Cent je Kilowattstunde angegeben und mit deinem Verbrauch multipliziert. Dazu kommt bei den meisten Tarifen eine Grundgebühr, ein fester Betrag pro Monat oder pro Jahr, den du unabhängig davon zahlst, wie viel Strom du verbrauchst. Bei geringem Verbrauch fällt die Grundgebühr stärker ins Gewicht, als viele vermuten: Aus 5 Euro pro Monat werden 60 Euro pro Jahr. Wie du beide Bestandteile zu einem vergleichbaren Preis zusammenführst, zeigt der Beitrag zur Grundgebühr und zum Effektivpreis.

Ein Stolperstein beim Vergleichen ist die Umsatzsteuer. Manche Anbieter nennen ihre Preise netto, andere brutto. Aus 15 Cent netto werden mit 20 Prozent Umsatzsteuer 18 Cent brutto. Achte deshalb darauf, dass du zwei Angebote auf derselben Ebene gegenüberstellst, sonst führt der Vergleich in die Irre.

Die Netzkosten: was dein Netzbetreiber bekommt

Der Netzbetreiber ist für die Leitungen in deinem Gebiet zuständig und bringt den Strom bis zu deinem Zähler. Aussuchen kannst du ihn nicht, er ist deinem Wohnort zugeordnet. Seine Entgelte werden jedes Jahr von der Regulierungsbehörde per Verordnung festgelegt. Wer an derselben Adresse wohnt, zahlt deshalb dieselben Netzkosten, ganz gleich, von welchem Lieferanten der Strom kommt. Der Netzblock besteht aus drei Positionen.

  • Netznutzungsentgelt: ein Arbeitspreis je Kilowattstunde plus eine Grundpauschale. Diese Grundpauschale ist nicht dasselbe wie die Grundgebühr deines Lieferanten.
  • Netzverlustentgelt: ein Ausgleich für den Strom, der beim Transport durch das Netz verloren geht.
  • Entgelt für Messleistungen: der Betrag für Zähler und Messung.

Wie groß dieser Block ausfällt, hängt von deinem Verbrauch und deinem Bundesland ab. Als grobe Größenordnung entfällt etwa ein Drittel der Rechnung auf das Netz. Die Sätze deines Netzbereichs kannst du im Netzkosten-Rechner nachschlagen, dort siehst du jede Position einzeln.

Steuern und Abgaben: was der Staat bekommt

Der dritte Teil der Rechnung fließt an die öffentliche Hand. Dazu zählen die Elektrizitätsabgabe, für die 2026 befristet ein gesenkter Satz von 0,1 Cent je Kilowattstunde gilt, dazu der Erneuerbaren-Förderbeitrag sowie die Förderpauschale, mit denen der Ausbau von Ökostrom mitfinanziert wird. Wer in Wien wohnt, findet zusätzlich die Gebrauchsabgabe von 7 Prozent auf der Rechnung. Was dahintersteckt, erklärt der Beitrag zur Gebrauchsabgabe in Wien. Ganz am Ende kommt auf alle drei Blöcke die Umsatzsteuer von 20 Prozent.

Worauf du beim Lesen achten solltest

Nimm die letzte Jahresabrechnung und geh sie Zeile für Zeile durch. Jede Position gehört zu einem der drei. Netz und Abgaben gleichst du mit den Werten deines Netzbereichs ab. Was übrig bleibt, ist der Energiepreis, und an dem hängt, ob dein Vertrag günstig oder teuer ist. Drei Punkte zählen dabei.

  • Der Arbeitspreis: Ist er als Netto- oder als Bruttowert angegeben, und wie schneidet er gegen aktuelle Angebote ab?
  • Die Grundgebühr: Je weniger du verbrauchst, desto stärker prägt sie deinen tatsächlichen Preis je Kilowattstunde.
  • Rabatte und Laufzeiten: Ein Neukundenrabatt läuft ab, eine Preisgarantie endet irgendwann. Das Datum steht in den Vertragsunterlagen, und ab diesem Tag zahlst du mehr. Was eine Preisgarantie tatsächlich absichert, liest du im eigenen Beitrag dazu.

Netz und Abgaben hängen an deiner Adresse, der Energiepreis hängt an deinem Vertrag. Nur den zweiten kannst du selbst verändern.

Häufige Fragen

Der Netzbetreiber ist an deinen Wohnort gebunden und wird beim Wechsel nicht getauscht. Seine Entgelte legt die Regulierungsbehörde jährlich per Verordnung fest. Ein neuer Lieferant verändert deshalb nur den Energieteil deiner Rechnung.

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