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Grundgebühr beim Strom: So rechnest du den Effektivpreis je kWh

Zwei Tarife, zwei Arbeitspreise, und trotzdem lässt sich nicht sagen, welcher günstiger ist. Der Grund ist die Grundgebühr, die bei kleinem Verbrauch mehr Gewicht hat als ein paar Cent Unterschied je Kilowattstunde. Mit einer einfachen Rechnung bringst du jeden Tarif auf eine vergleichbare Zahl.

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Zwei Bestandteile, ein Energiepreis

Der Preis, den dein Lieferant für die Energie verlangt, besteht aus zwei Teilen. Der Arbeitspreis wird je Kilowattstunde verrechnet und wächst mit deinem Verbrauch. Die Grundgebühr dagegen ist ein fester Betrag pro Monat oder pro Jahr. Ob du wenig oder viel Strom brauchst, spielt für sie keine Rolle. In der Werbung steht meist nur der Arbeitspreis groß, 12 Cent, 14 Cent oder 16 Cent, die Grundgebühr findest du erst im Preisblatt.

Nicht verwechseln: Auch der Netzbetreiber verrechnet einen fixen Betrag, die Grundpauschale. Die gehört zum Netz und bleibt beim Wechsel gleich. Die Grundgebühr des Lieferanten gehört zum Energiepreis, und den kannst du ändern. Welche Zeile was ist, steht im Beitrag Stromrechnung lesen.

Ein Beispiel mit zwei Haushalten

Angenommen, du hast die Wahl zwischen zwei Angeboten. Tarif A verlangt 14 Cent je Kilowattstunde und keine Grundgebühr. Tarif B wirbt mit 12 Cent je Kilowattstunde, verrechnet aber monatlich 6 Euro Grundgebühr, im Jahr also 72 Euro. Auf den ersten Blick wirkt B günstiger. Ob das stimmt, hängt allein davon ab, wie viel Strom durch deinen Zähler läuft.

  • Ein Einpersonenhaushalt mit 1.500 Kilowattstunden zahlt bei Tarif A 210 Euro im Jahr. Bei Tarif B sind es 180 Euro für die Energie plus 72 Euro Grundgebühr, zusammen 252 Euro. Der Tarif mit dem niedrigeren Arbeitspreis kostet hier 42 Euro mehr.
  • Eine Familie mit 6.000 Kilowattstunden zahlt bei Tarif A 840 Euro. Bei Tarif B sind es 720 Euro plus 72 Euro, also 792 Euro. Hier liegt Tarif B um 48 Euro vorn.

Dieselben zwei Tarife, ein anderer Verbrauch, und die Reihenfolge dreht sich um. Beim kleinen Haushalt wiegen die 72 Euro Grundgebühr so schwer wie fast 5 Cent auf jede einzelne Kilowattstunde. Beim großen Haushalt verteilen sich dieselben 72 Euro auf deutlich mehr Kilowattstunden und verlieren entsprechend an Gewicht.

Der Effektivpreis: eine Zahl für den Vergleich

Damit du nicht für jedes Angebot eine Jahresrechnung aufstellen musst, gibt es den Effektivpreis: Arbeitspreis mal Jahresverbrauch, plus Grundgebühr fürs Jahr, geteilt durch den Verbrauch. Heraus kommt ein Preis je Kilowattstunde, in dem beides steckt. Nur damit lassen sich Tarife mit und ohne Grundgebühr vergleichen.

Im Beispiel von oben liegt Tarif B beim Einpersonenhaushalt nicht bei den beworbenen 12 Cent, sondern bei 12 Cent plus fast 5 Cent aus der Grundgebühr. Damit ist er teurer als die 14 Cent von Tarif A. Anbieter, die mit einem auffällig niedrigen Arbeitspreis werben und die Grundgebühr hoch ansetzen, profitieren davon, dass diese Rechnung selten gemacht wird.

Welche Zahlen du dafür brauchst

Für den Effektivpreis brauchst du drei Werte, und alle drei sind leicht zu finden.

  • Deinen Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Er steht auf der letzten Jahresabrechnung. Wenn du gerade erst eingezogen bist oder keine Abrechnung zur Hand hast, liefert der kWh-Rechner einen Richtwert nach Personenzahl oder Wohnfläche.
  • Den Arbeitspreis des Tarifs. Du findest ihn im Preisblatt, achte darauf, ob er netto oder brutto angegeben ist.
  • Die Grundgebühr, ebenfalls aus dem Preisblatt oder von der Abrechnung. Einen Monatsbetrag rechnest du auf das Jahr hoch.

Netzkosten und Abgaben gehören nicht in diese Rechnung, denn sie sind bei jedem Lieferanten gleich. Was dein Netzbereich verrechnet, siehst du im Netzkosten-Rechner.

Wann sich der Blick auf die Grundgebühr besonders lohnt

Je weniger Strom du verbrauchst, desto wichtiger wird die Grundgebühr. Einpersonenhaushalte, Wochenendwohnungen und sparsame Haushalte fahren häufig mit einem Tarif ohne oder mit niedriger Grundgebühr besser, selbst wenn der Arbeitspreis etwas höher liegt. Bei großem Verbrauch kehrt sich das Bild um, dann zählt vor allem der Arbeitspreis. Das gilt genauso für Angebote mit Bonus: Wie du ein Bonusjahr und das Jahr danach sauber gegenrechnest, erklärt der Beitrag zum Neukundenbonus.

Der Arbeitspreis allein sagt wenig. Erst mit der Grundgebühr, umgelegt auf deinen Verbrauch, siehst du, was dich eine Kilowattstunde tatsächlich kostet.

Häufige Fragen

Multipliziere den Arbeitspreis mit deinem Jahresverbrauch und addiere die Grundgebühr für das ganze Jahr. Teile das Ergebnis durch den Jahresverbrauch. So erhältst du den tatsächlichen Preis je Kilowattstunde, mit dem sich Tarife vergleichen lassen.

Schick mir deine Abrechnung, ich rechne dir vor, was dein Tarif mit Grundgebühr wirklich je Kilowattstunde kostet. Kostenlos.

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