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Preisgarantie beim Stromvertrag: Was sie zusichert und was nicht

Die Preisgarantie ist für viele der Hauptgrund, einen Fixpreis zu wählen: Planbarkeit, egal was in den Nachrichten steht. Der Begriff verspricht aber mehr, als er im Kleingedruckten hält. Drei Dinge solltest du kennen, bevor du dich auf eine Garantie verlässt.

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Was eine Preisgarantie ist

Mit der Preisgarantie sagt dein Anbieter zu, den vereinbarten Energiepreis für eine bestimmte Zeit nicht zu ändern. Am österreichischen Markt sind 6 und 12 Monate üblich, manchmal 24. Steigt der Marktpreis in dieser Zeit, trägt das der Anbieter. Sinkt er, bleibt dein Preis ebenfalls, wo er ist. Die Garantie ist also eine Versicherung gegen Preissprünge, und wie jede Versicherung hat sie einen Preis: Fixpreise liegen im Schnitt über dem, was der Markt gerade hergibt.

Sie gilt für eine Zeile deiner Rechnung

Die Garantie gilt nur für den Energiepreis deines Lieferanten. Netz und Abgaben werden per Verordnung festgelegt und ändern sich jedes Jahr, Garantie hin oder her. Steigt deine Rechnung trotz Garantie, schau nach, welche Zeile gestiegen ist. Welche Zeile was ist, steht im Artikel Stromrechnung lesen.

Garantie heißt nicht unkündbar

Der häufigste Irrtum: Wer 24 Monate Preisgarantie hat, glaubt, 24 Monate lang unantastbar zu sein. Die Garantie bedeutet aber nicht automatisch, dass der Anbieter auf jedes Kündigungsrecht verzichtet. Unter Einhaltung der Frist kann ein Lieferant auch während einer längeren Garantie kündigen. Dann endet der Vertrag, und mit ihm der garantierte Preis. Deshalb lese ich Garantie, Laufzeit, Bindung und Kündigungsrecht immer zusammen, nicht nur den Centpreis.

Eine Preisgarantie schützt den Preis, solange der Vertrag läuft. Sie schützt nicht den Vertrag.

Seit April 2026: das Pflichtangebot

Lieferanten mit mehr als 25.000 Zählpunkten müssen seit April 2026 einen dynamischen und einen festen Preis anbieten. Der Festpreis aus diesem Pflichtangebot gilt mindestens ein Jahr. Das ist eine Angebotspflicht, kein Verbot kürzerer Garantien: Tarife mit 6 oder 12 Monaten Garantie gibt es weiterhin. Wer ein Jahr Ruhe will, findet sie jetzt bei jedem großen Anbieter, muss aber nach dem passenden Produkt fragen.

Fixpreis, Float, dynamisch: drei Grade von Sicherheit

  • Fixpreis mit Garantie: Der Energiepreis steht für die Garantiezeit fest. Am meisten Planbarkeit, in ruhigen Marktphasen meist etwas teurer als der Markt.
  • Float: Der Preis wird quartalsweise an einen Index angepasst, beim Strom meist der ÖSPI. Näher am Markt, ohne stündliche Ausschläge, aber ohne Garantie.
  • Dynamischer Tarif: Der Preis folgt der Börse je Stunde oder Viertelstunde. Jederzeit kündbar, eine Bindung ist dort unzulässig. Sinnvoll nur, wenn du Verbrauch steuern kannst.

Welcher Grad zu dir passt, ist eine Rechenfrage. Der Spot-Tarif-Rechner zeigt dir, was ein dynamischer Tarif in den letzten zwölf Monaten gekostet hätte, im Vergleich zu einem Fixpreis.

So liest du die Garantie im Vertrag

  • Beginn und Ende: Läuft die Garantie ab Vertragsbeginn oder ab Lieferbeginn? Das können Wochen Unterschied sein.
  • Umfang: Steht dort Energiepreis, Arbeitspreis oder Gesamtpreis? Netzkosten sind praktisch nie enthalten.
  • Kündigungsrecht des Anbieters: Welche Frist gilt, und was passiert mit dem Preis nach einer Kündigung?
  • Was danach kommt: Zu welchem Preis läuft der Vertrag nach der Garantie weiter, und wie erfährst du davon?

Kurz vor dem Ende der Garantie ist der richtige Zeitpunkt, den Vertrag neu durchzurechnen. Wer das versäumt, rutscht oft in einen teureren Folgepreis, ohne einen neuen Vertrag unterschrieben zu haben. Was Bindung und Kündigungsfrist dabei bedeuten, steht im Artikel Bindung und Kündigungsfrist.

Häufige Fragen

Nein. Sie bezieht sich nur auf den Energiepreis deines Lieferanten. Netzentgelte und Abgaben werden per Verordnung festgelegt und ändern sich unabhängig vom Vertrag, meist zum Jahreswechsel.

Schick mir deinen Vertrag, ich sage dir, was deine Garantie abdeckt und wann sie ausläuft. Kostenlos.

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