Miete für den Platz unter der Straße
Rechtsgrundlage ist das Wiener Gebrauchsabgabegesetz 1966. Der Gedanke dahinter ist einfach: Wer öffentlichen Grund benutzt, zahlt dafür an die Gemeinde. Stromkabel, Gasrohre und Fernwärmeleitungen verlaufen unter den Straßen der Stadt, und für diese Nutzung hebt Wien eine Abgabe ein. Sie ist eine eigene kommunale Abgabe. Die Wiener Netze schlagen sie auf das Netzentgelt auf, viele Lieferanten auch auf den Energiepreis. Du bezahlst damit keine Leistung, die du selbst bekommst, sondern die Nutzung städtischen Bodens durch die Leitungen.
Zuvor galten 6 Prozent. Seit 1. März 2026 sind es 7 Prozent, und jede Rechnung für Zeiträume ab diesem Stichtag wird mit dem höheren Satz erstellt.
Warum du die Abgabe zweimal findest
Auf der Abrechnung erscheint die Gebrauchsabgabe in zwei Zeilen. Die erste stammt vom Netzbetreiber: Die Wiener Netze rechnen die 7 Prozent auf sämtliche Netzentgelte, und auch das Messentgelt bleibt davon nicht ausgenommen. Die zweite Zeile kommt vom Lieferanten. Viele Lieferanten verrechnen ebenfalls 7 Prozent, und zwar auf den Energiepreis inklusive Grundgebühr (Stand Juni 2026).
Auf der Rechnung heißen die beiden Positionen üblicherweise Gebrauchsabgabe Netz und Gebrauchsabgabe Energie. Welche Zeile was ist, steht im Beitrag Stromrechnung lesen.
- Gebrauchsabgabe Netz: 7 Prozent auf alle Netzentgelte inklusive Messentgelt, verrechnet über die Wiener Netze.
- Gebrauchsabgabe Energie: 7 Prozent auf Energiepreis und Grundgebühr, verrechnet von vielen Lieferanten.
- Umsatzsteuer: Sie wird auf den Gesamtbetrag berechnet, also auch auf die beiden Abgaben.
- Geltungsbereich: Flächendeckend gibt es die Abgabe nur in Wien. Dort zahlt sie jeder Netzkunde, Haushalt wie Betrieb.
Ein Rechenbeispiel für 3.500 Kilowattstunden
Ein Wiener Haushalt mit 3.500 kWh im Jahr: Auf das Netzentgelt entfallen 2026 rund 24 Euro Gebrauchsabgabe. Der zweite Betrag hängt vom Tarif ab, weil er als Prozentsatz des Energiepreises berechnet wird. Bei einem Arbeitspreis von 15 Cent je Kilowattstunde und 50 Euro Grundgebühr im Jahr kommen etwa 40 Euro dazu.
In Summe ergibt das rund 65 Euro netto im Jahr. Weil auf die Abgabe noch die Umsatzsteuer aufgeschlagen wird, landen knapp 78 Euro auf der Rechnung. Wie sich die Netzkosten für deinen Verbrauch im Detail zusammensetzen, siehst du im Netzkosten-Rechner für Wien.
Was in den anderen Bundesländern gilt
Eine Gebrauchsabgabe, die flächendeckend jeden Haushalt betrifft, gibt es nur in Wien. Außerhalb Wiens heben sie höchstens einzelne Gemeinden ein. Wer aus einem anderen Bundesland nach Wien zieht, sieht diese Position also zum ersten Mal auf der Rechnung.
Was du selbst beeinflussen kannst
Den Satz legt die Stadt fest, die Netzentgelte hängen an deiner Adresse. An beidem kannst du nichts drehen. Ändern kannst du den Energiepreis, also das, was dein Lieferant verlangt. Genau den vergleichen wir mit aktuellen Angeboten, kostenlos.
Grundlagen dieses Beitrags sind das Wiener Gebrauchsabgabegesetz 1966 und die Informationsblätter der Wiener Netze.
Häufige Fragen
Die Erhöhung von 6 auf 7 Prozent gilt seit 1. März 2026. Grundlage ist das Wiener Gebrauchsabgabegesetz 1966. Für Verbrauch vor diesem Datum galt noch der alte Satz.
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An der Abgabe können wir nichts ändern, am Energiepreis schon. Schick uns deine Wiener Rechnung, wir prüfen sie kostenlos.
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