Fixpreis oder Spot-Tarif: Welches Modell passt zu deinem Verbrauch?
Der eine Tarif folgt der Börse Stunde für Stunde, der andere friert den Preis für ein Jahr ein. Welcher zu dir passt, ist keine Glaubensfrage. Es ist eine Rechnung mit deinen Zahlen, und die Tageszeit deines Verbrauchs entscheidet sie.
Zwei Modelle, zwei Stellen, an denen du zahlst
Ein Spot-Tarif koppelt deinen Energiepreis an die Börse: Für jede Stunde gilt der Börsenpreis dieser Stunde, dazu kommt der Aufschlag deines Lieferanten. Ein Fixpreis funktioniert umgekehrt: Der Lieferant kauft im Voraus ein und sagt dir einen festen Preis je Kilowattstunde zu, meist für zwölf Monate. Diese Zusage kostet, im Fixpreis steckt eine Risikoprämie. Beim Spot-Tarif trägst du das Risiko selbst und sparst dir die Prämie.
Netz und Abgaben sind bei beiden gleich. Es geht nur um den Energiepreis.
Was die Börse in den letzten zwölf Monaten gemacht hat
Im Durchschnitt der letzten zwölf Monate lag der Börsenpreis bei rund 11 Cent je Kilowattstunde. Der Durchschnitt sagt wenig, denn die einzelnen Stunden reichten von minus 49 bis plus 59 Cent. Es gab Stunden, in denen man fürs Verbrauchen Geld bekam, und Stunden, in denen die Kilowattstunde ein Vielfaches des Jahresmittels kostete. Die ganze Auswertung steht im Rückblick auf den Börsenstrompreis.
Warum die Tageszeit zählt und nicht die Jahreszeit
Entscheidend ist nicht Sommer oder Winter, sondern die Tageszeit. Die günstigen Stunden liegen mittags, wenn viel Sonnenstrom im Netz ist. Die teuren Stunden liegen am Abend. Wer hauptsächlich abends verbraucht, zahlt beim Spot-Tarif genau die teuren Stunden. Wer Verbrauch in den Mittag schieben kann, holt sich die günstigen.
Am Mittag kommt in den Sommermonaten ein zweiter Effekt dazu: Dann ist auch die Netznutzung günstiger, sofern dein Smart Meter Viertelstundenwerte liefert. Wie dieser Sonnenrabatt funktioniert, erklärt ein eigener Artikel. Für Spot-Kunden mit Mittagsverbrauch addieren sich beide Vorteile.
Für wen ein Spot-Tarif überhaupt infrage kommt
Der Kreis ist klein. Spot rechnet sich dort, wo der Verbrauch von selbst in die günstigen Stunden wandert, ohne dass jemand täglich auf die Preiskurve schaut:
- Photovoltaik mit Speicher: Der Speicher versorgt den Abend, und der verbleibende Netzbezug lässt sich in günstige Stunden legen.
- Wärmepumpe mit Pufferspeicher und Steuerung: Die Wärme wird mittags erzeugt und gespeichert, am Abend läuft die Pumpe kaum.
- E-Auto mit Ladetimer: Das Auto lädt gezielt in den günstigen Stunden, etwa an Homeoffice-Tagen oder am Wochenende.
- Gewerbe mit Tagbetrieb: Werkstatt, Büro oder Geschäft verbrauchen ohnehin dann, wenn die Börse günstig ist.
Dazu gehört eine Reserve. Ein Spot-Tarif kann in einzelnen Monaten deutlich teurer werden. Wer das nicht aushalten will, nimmt einen Fixpreis. Und ohne Smart Meter mit aktivierten Viertelstundenwerten geht Spot gar nicht, weil niemand stundengenau abrechnen kann.
Für wen der Fixpreis die passende Wahl ist
Ein Fixpreis macht die Kosten planbar. Du weißt für die ganze Laufzeit, was die Kilowattstunde kostet, egal was an der Börse passiert. Für die meisten Haushalte ist das das richtige Modell:
- Dein Verbrauch fällt überwiegend am Abend an, also in den Stunden, in denen die Börse meist teuer ist.
- Du willst deine Stromkosten fürs Jahr verlässlich einplanen und keine Überraschung auf der Abrechnung.
- Du hast keine Lust, dich mit Preiskurven und Ladetimern zu beschäftigen, und willst das Thema mit einem guten Vertrag erledigt haben.
Über viele Jahre betrachtet zahlt ein Fixpreis-Kunde wegen der Risikoprämie im Schnitt etwas mehr als ein Spot-Kunde. In Phasen mit stark steigenden Börsenpreisen dreht sich das Bild, dann ist der festgeschriebene Preis viel wert. Welche Phase als Nächstes kommt, weiß niemand. Deshalb ist der Fixpreis eine Entscheidung für Planbarkeit, nicht zwingend für den niedrigsten Preis.
Fixpreis heißt Planbarkeit, Spot-Tarif heißt Risiko mit Chance. Was für dich günstiger ist, entscheidet die Tageszeit deines Verbrauchs, nicht die Jahreszeit.
So findest du es für dich heraus
Wo der Börsenpreis nächstes Jahr steht, weiß niemand. Die Vergangenheit lässt sich rechnen: Wie hätten beide Modelle mit deinem Verbrauch in den letzten zwölf Monaten abgeschnitten? Das macht der Spot-Tarif-Rechner, mit den echten Börsenpreisen, deinem Verbrauch, dem Aufschlag des Lieferanten und der Grundgebühr. Je näher dein Verbrauch am Profil liegt, desto genauer das Ergebnis.
Wenn du dir die Rechnerei sparen willst, schick mir deine Rechnung. Ich rechne, kostenlos. Wechselst du, zahlt der neue Anbieter eine Provision. Wechselst du nicht, zahlt niemand.
Häufige Fragen
Ja, und zwar einen mit aktivierten Viertelstundenwerten. Nur dann kann der Lieferant deinen Verbrauch den einzelnen Stunden zuordnen und mit dem jeweiligen Börsenpreis abrechnen. Die Umstellung beantragst du kostenlos beim Netzbetreiber.
Schick mir deine Rechnung, ich rechne beide Modelle mit deinen Zahlen durch. Kostenlos, und du entscheidest danach.
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