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Gasanbieter wechseln in Österreich: So läuft der Wechsel wirklich ab

Beim Gas glauben viele, ein Wechsel sei kompliziert oder riskant. Am Wechseltag passiert nichts, was du merken würdest. Hier ist der Ablauf, wie er wirklich läuft.

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Was sich ändert und was gleich bleibt

Dein Gas kommt aus derselben Leitung wie vorher, durch denselben Zähler, betrieben von demselben Netzbetreiber. Der Netzbetreiber gehört zu deiner Adresse, ihn kannst du nicht wechseln, und das musst du auch nicht. Was sich ändert, ist der Lieferant: das Unternehmen, das dir die Energie verrechnet. Am Wechseltag kommt niemand vorbei, es wird nichts umgebaut und nichts unterbrochen. Du bekommst die Bestätigung und irgendwann die erste Rechnung vom neuen Anbieter.

Die Zeilen, die deinen Preis bestimmen

Zwei Größen entscheiden über deine Gaskosten: der Arbeitspreis je Kilowattstunde und die Grundgebühr. Bei kleinem Verbrauch, etwa in einer Wohnung mit Gastherme nur fürs Warmwasser, wiegt die Grundgebühr besonders schwer. Beim Vergleich rechnest du deshalb immer beides zusammen auf deinen Jahresverbrauch um.

Dazu kommen die Bedingungen: Wie lange gilt die Preisgarantie, wie lange bist du gebunden, wie lang ist die Kündigungsfrist? Bei Float-Tarifen wird der Preis quartalsweise an einen Index angepasst, beim Gas ist das meist der Preis am CEGH in Wien. Steigt der Index, steigt dein Preis zeitversetzt mit. Sinkt er, sinkt er mit.

Der Wechsel in vier Schritten

  • Jahresabrechnung heraussuchen. Darauf stehen dein Verbrauch, dein Tarif und die Zählpunktbezeichnung: 33 Stellen, beginnt mit AT. Sie ist der Schlüssel für den Wechsel.
  • Tarif durchrechnen lassen. Arbeitspreis, Grundgebühr, Garantie, Bindung und Frist deines Vertrags gegen die Angebote am Markt, umgelegt auf deinen Verbrauch.
  • Entscheiden. Lohnt sich der Wechsel, wird der neue Vertrag abgeschlossen. Lohnt er sich nicht, bleibst du und schaust vor Ablauf der Preisgarantie wieder hin.
  • Den Rest erledigt der neue Lieferant. Er kündigt beim bisherigen Anbieter und stimmt den Termin mit dem Netzbetreiber ab. Zugangsdaten zu einem Kundenportal braucht dafür niemand.

Umzug ist kein Anbieterwechsel

Ein Punkt, an dem viele Anträge scheitern: Der Name auf dem Vertrag entscheidet, was du beantragst. Bleibt der Vertragspartner gleich und ändert sich nur der Lieferant, ist es ein Lieferantenwechsel. Ändert sich der Name, etwa beim Einzug in eine neue Wohnung oder wenn der Vertrag künftig auf die Partnerin statt auf den Partner laufen soll, ist es ein Neueinzug. Für den Neueinzug genügt die Zählernummer, für den Wechsel braucht es die Zählpunktbezeichnung. Wird das verwechselt, lehnt der Netzbetreiber den Antrag ab.

Gebunden, gekündigt, zurückgetreten

Läuft deine Bindung noch, kannst du trotzdem abschließen. Der neue Versorger prüft den frühestmöglichen Termin und übernimmt dann. Drei bis sechs Monate im Voraus abzuschließen ist üblich. Hast du bereits selbst gekündigt, sag das dazu, damit der neue Vertrag nahtlos anschließt. Eine Auffangversorgung, wie es sie beim Strom seit Juni 2026 gibt, existiert beim Gas nicht. Als Haushaltskunde hast du nach der Unterschrift ein vierzehntägiges Rücktrittsrecht, eine kurze Nachricht genügt.

Beim Gaswechsel wechselt nur die Rechnung den Absender. Alles andere bleibt, wo es ist.

Was Strom und Gas gemeinsam haben

Der Ablauf ist beim Gas derselbe wie beim Strom, die Begriffe sind dieselben, die Fallen auch: ein auslaufender Bonus, eine Preisgarantie, die nur den Energiepreis abdeckt, eine Bindung, die nicht zur Kündigungsfrist passt. Was das im Detail heißt, liest du in den Artikeln zur Preisgarantie und zu Bindung und Kündigungsfrist. Wer Strom und Gas bezieht, schickt mir am besten beide Abrechnungen.

Häufige Fragen

Nein. Leitung, Zähler und Netzbetreiber bleiben dieselben. Es ändert sich nur, wer die Energie liefert und verrechnet. Am Wechseltag kommt niemand vorbei.

Schick mir deine letzte Gasabrechnung. Ich rechne sie durch und sage dir, ob ein Wechsel etwas bringt. Kostenlos.

Gasrechnung prüfen lassen

Die Prüfung kostet dich nichts. Wechselst du danach über uns, zahlt der neue Versorger eine Provision. Auf unsere Einschätzung hat das keinen Einfluss.