Börsenstrompreis Österreich: Der Day-Ahead-Markt seit 2023 in Zahlen
Wer einen Spot-Tarif überlegt, schaut auf den Börsenpreis. Wer einen Fixpreis hat, sollte es auch tun, denn der Markt bestimmt, was dir beim nächsten Vertrag angeboten wird. Hier sind die Jahre 2023 bis 2026 in Zahlen, ohne Ausschmückung.
Vier Jahre in vier Zahlen
Der Day-Ahead-Markt der Strombörse EPEX SPOT legt für jede Stunde des nächsten Tages einen Preis fest. Österreich bildet dabei seit 1. Oktober 2018 eine eigene Preiszone. Rechnet man die Stundenpreise so zusammen, wie ein Haushalt über den Tag verbraucht, ergeben sich diese Jahresmittel:
- 2023: 10,56 Cent je Kilowattstunde. Der teuerste Monat war der Jänner mit 15,30 Cent, der günstigste der Dezember mit 7,86 Cent.
- 2024: 8,42 Cent. Das günstigste der vier Jahre, mit einem Tief im April bei 5,93 Cent und einem späten Anstieg auf 13,85 Cent im Dezember.
- 2025: 10,01 Cent. Der Februar lag bei 14,64 Cent, der Juni bei 6,27 Cent.
- 2026, Jänner bis August: 11,39 Cent. Der Jänner startete mit 14,87 Cent, der April fiel auf 8,13 Cent, der August lag wieder bei 14,44 Cent.
Alle Werte sind netto und enthalten nur den Börsenpreis. Handlingfee und Grundgebühr deines Anbieters, Netzkosten und Abgaben kommen bei jedem Tarif dazu.
Das Muster hinter den Zahlen
In allen vier Jahren zeigt sich dieselbe Form: Die Wintermonate liegen deutlich über dem Jahresmittel, das Frühjahr und der Frühsommer darunter. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Monat eines Jahres lag jedes Mal ungefähr der Faktor zwei. Das ist kein Ausreißer, das ist die normale Jahreskurve eines Marktes, in dem im Sommer viel Sonnenstrom im Netz ist und im Winter viel geheizt wird.
Auffällig ist auch das Jahr 2024: Auf ein sehr günstiges Frühjahr folgte ein Novemberanstieg, der den Jahresschnitt nach oben zog. Wer sich im Sommer 2024 einen Spot-Tarif geholt hat, weil die Preise gerade niedrig waren, hat den Winter danach anders erlebt.
Der Tag hat zwei Täler
Für deine Rechnung ist die Tageszeit wichtiger als die Jahreszeit. Über den Tag hat der Börsenpreis zwei Täler: eines um die Mittagszeit, wenn Photovoltaik liefert, und eines in der späten Nacht. Teuer sind die Morgen- und die Abendspitze, also genau die Stunden, in denen ein normaler Haushalt frühstückt, kocht und den Fernseher einschaltet.
Ein Haushalt, der tagsüber außer Haus ist und abends alles gleichzeitig einschaltet, kauft mit einem Spot-Tarif in den teuersten Viertelstunden ein, im Sommer genauso wie im Winter. Die günstigen Mittagsstunden laufen an ihm vorbei. Deshalb sagt das Jahresmittel allein wenig darüber aus, was Spot dich gekostet hätte.
Über den Preis eines Spot-Tarifs entscheidet nicht das Jahr, sondern die Uhrzeit, zu der du verbrauchst.
Was das für deinen Tarif bedeutet
Spot ist nur für wenige sinnvoll: für Haushalte mit Photovoltaik und Speicher, mit Wärmepumpe samt Puffer und Steuerung, mit E-Auto und Ladetimer, und für Betriebe mit Tagbetrieb, die abends geschlossen haben. Alle anderen fahren mit einem Fixpreis meist ruhiger, weil er die Winterspitzen glättet und die Kosten planbar macht.
Ob Spot bei dir aufgegangen wäre, sieht man erst hinterher. Der Spot-Tarif-Rechner vergleicht die echten Börsenpreise der letzten zwölf Monate mit einem Fixpreis, gerechnet mit deinem Verbrauch, deiner Handlingfee und deiner Grundgebühr. Wie sich Fixpreis und Spot grundsätzlich unterscheiden, liest du im Artikel Fixpreis oder Spot-Tarif.
Woher die Zahlen kommen
Die Stundenpreise stammen von der Bundesnetzagentur (SMARD.de) über Energy-Charts der Fraunhofer ISE, Lizenz CC BY 4.0, für die österreichische Preiszone. Die Monats- und Jahresmittel sind nach dem Standardlastprofil H0 gewichtet: Stunden, in denen Haushalte viel verbrauchen, zählen stärker als Stunden, in denen wenig läuft. So entsteht der Preis, den ein typischer Haushalt ohne Steuerung tatsächlich bezahlt hätte, nicht der einfache Durchschnitt aller Stunden.
Häufige Fragen
Nein, er ist die Basis. Dein Anbieter verrechnet zusätzlich eine Handlingfee je Kilowattstunde und meist eine Grundgebühr je Monat. Dazu kommen wie bei jedem Tarif die Netzkosten und Abgaben.
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