Netzbereitstellungsentgelt: Was ein Stromanschluss einmalig kostet
Auf der laufenden Stromrechnung wirst du es nie finden, und im Tarifvergleich spielt es keine Rolle. Trotzdem gehört das Netzbereitstellungsentgelt zu den größeren Beträgen, die ein Haushalt an seinen Netzbetreiber zahlt: einmalig, beim Anschluss oder bei einer späteren Erhöhung der Leistung.
Wofür du eigentlich bezahlst
Damit Strom bei dir ankommt, muss der Netzbetreiber weit vor deinem Hausanschluss Infrastruktur vorhalten: Transformatoren und Leitungen, die für dich bereitstehen. Diese vorgelagerte Netzebene wird nicht für dich allein gebaut, aber du nutzt sie mit. Mit dem Netzbereitstellungsentgelt beteiligst du dich anteilig an diesen Anlagen. Die Höhe hängt von der vereinbarten Anschlussleistung ab: Verrechnet wird ein Betrag je Kilowatt, den Satz findest du im Preisblatt deines Netzbetreibers. Er ist nicht überall gleich, sondern unterscheidet sich von Netzbereich zu Netzbereich.
Fällig wird das Entgelt nur zu bestimmten Anlässen: bei der erstmaligen Herstellung deines Anschlusses und später jedes Mal, wenn du die vereinbarte Leistung erhöhen lässt. Als laufender Posten taucht es nie auf. Wer beim Neubau eine bestimmte Leistung bestellt und über die Jahre dabei bleibt, bekommt dafür also nur ein einziges Mal eine Rechnung.
Zwei einmalige Posten, die oft verwechselt werden
Beim Neuanschluss steht auf der Rechnung des Netzbetreibers meist noch ein zweiter Betrag, das Netzzutrittsentgelt. Beide klingen ähnlich, decken aber Unterschiedliches ab.
- Netzzutrittsentgelt: das, was es tatsächlich kostet, deinen Anschluss physisch herzustellen, also etwa Grabungsarbeiten und Hausanschlussleitung.
- Netzbereitstellungsentgelt: dein Anteil an der vorgelagerten Netzinfrastruktur, berechnet nach Kilowatt vereinbarter Anschlussleistung.
Beim Einfamilienhaus können beide Positionen zusammen einen vierstelligen Betrag ausmachen. In den laufenden Netzentgelten, die du im Netzkosten-Explorer für deinen Netzbereich nachvollziehen kannst, sind beide nicht enthalten. Beide werden gesondert und nur einmal verrechnet und gehören deshalb in jede Baukalkulation, bevor die erste Rechnung kommt. Wie stark sich die laufenden Netzkosten je nach Bundesland unterscheiden, zeigt der Vergleich der Netzkosten 2026.
Wallbox, Wärmepumpe, Sauna: Wenn das Thema zurückkommt
Wer sein Haus schon lange bewohnt, hat das Entgelt meist vergessen, bis eine neue Anschaffung es zurück auf die Rechnung holt. Der Auslöser ist meist ein Gerät mit hohem Leistungsbedarf: eine Wallbox mit hoher Ladeleistung, eine Wärmepumpe oder eine Sauna. Reicht die bisher vereinbarte Anschlussleistung dafür nicht aus, muss sie erhöht werden, und für jedes zusätzliche Kilowatt wird das Entgelt nachverrechnet.
Deshalb lohnt sich vor dem Kauf eine Anfrage beim Netzbetreiber: Reicht die bestehende Leistung für das geplante Gerät, oder braucht es eine Erhöhung? Die Antwort gehört in die Kaufentscheidung, denn sie kann den Gesamtpreis der Anschaffung deutlich verändern.
Vier Dinge, die du beachten solltest
- Leistung mit Augenmaß wählen: Jedes vereinbarte Kilowatt kostet. Wer großzügig Reserve bestellt, zahlt jetzt zu viel, wer zu knapp plant, zahlt bei der nächsten Erweiterung nach.
- Rechnung aufbewahren: Erhöhst du später die Leistung, wird dir angerechnet, was du schon bezahlt hast. Die Rechnung ist dann dein Nachweis dafür.
- Bei Neubau und Sanierung beide Einmalposten einplanen, Netzzutritt und Netzbereitstellung, und nicht nur die monatlichen Kosten.
- Nach dem Anschluss die laufende Rechnung verstehen: Wie sich Energiepreis, Netzkosten und Abgaben aufteilen, erklärt der Artikel Stromrechnung lesen.
Beim Netzbereitstellungsentgelt zahlst du nicht für Strom, sondern für bestellte Leistung. Jedes Kilowatt kostet einmal, und was bezahlt ist, bleibt angerechnet.
Was du beeinflussen kannst, und was nicht
Die Höhe des Netzbereitstellungsentgelts steht im Preisblatt, daran ändert kein Tarifwechsel etwas. Beeinflussen kannst du nur die bestellte Leistung und damit indirekt den Betrag. Ganz anders sieht es beim laufenden Energiepreis aus: Der ist der einzige Teil deiner Stromrechnung, den du über die Wahl des Lieferanten selbst bestimmst. Gerade nach einem Neubau oder Umzug lohnt der Blick auf den Vertrag. Schick mir die Rechnung, ich prüfe sie kostenlos. Wechselst du, zahlt der neue Anbieter eine Provision.
Häufige Fragen
Nein. Das Entgelt fällt nur bei der Herstellung eines Anschlusses oder bei einer Erhöhung der vereinbarten Leistung an. Ein Wechsel des Stromlieferanten ändert an deinem Anschluss nichts, deshalb wird dabei auch nichts fällig.
Nach dem Anschluss kommt der Vertrag. Schick mir deine erste Stromrechnung, ich sage dir, ob der Energiepreis passt. Kostenlos.
Rechnung prüfen lassenDie Prüfung kostet dich nichts. Wechselst du danach über uns, zahlt der neue Versorger eine Provision. Auf unsere Einschätzung hat das keinen Einfluss.